Fachtagung: Kinder im Spannungsfeld psychisch belasteter Familien, 20.01.2016

In Kooperation mit dem Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP), Köln

Aktualisierung: Der Vortrag von Prof. Dr. Michael Klein von der KatHO Köln/DISuP wird am 08.03.2016 von 10:00-12:00 Uhr an der Evangelischen Hochschule Dresden nachgeholt. Alle Fachtagsteilnehmenden sind herzlich eingeladen, weitere Interessierte melden sich bitte per Mail bei sofi@ehs-dresden.de 

In Deutschland leben ca. 2,65 Millionen Kinder und Jugendliche zeitweise oder dauerhaft mit mindestens einem alkoholabhängigen Elternteil zusammen. Hinzu kommen ca 40.000 Kinder, deren Eltern drogenabhängig sind oder eine andere Suchterkrankung aufweisen. Diese Kinder machen häufig belastende Erfahrungen, die ihre Entwicklung gefährden können.

So sind Kinder suchtkranker Eltern deutlich anfälliger für eigene Suchtprobleme und andere psychische Auffälligkeiten als andere Kinder. Sucht in Familien zeigt sich als generationsübergreifendes Phänomen und involviert zwei große Hilfesysteme, die Suchthilfe und die Jugendhilfe. Klinische und pädagogische Arbeit wirkt auf die Kinder ein, doch selten sind Maßnahmen und Ansätze aufeinander bezogen. Erfreulicherweise nimmt die Zahl kommunaler Kooperationsvereinbarungen zu, doch zeigt sich weiterhin, dass die Kinder von Suchtkranken eher „vergessene Kinder“ sind.

Diese Fachtagung schlägt eine Brücke zwischen Kindern aus Familien mit suchtkranken Eltern und Familien mit psychisch kranken Eltern. In der Praxis zeigt sich eine erschwerte Trennungsschärfe, da Eltern häufig an komorbiden Störungen erkrankt sind.

Wir laden Fachkräfte aus den verschieden Hilfesystemen herzlich ein, gemeinsam auf das Phänomen „Kinder aus suchtbelasteten Lebensgemeinschaften unter der Berücksichtigung weiterer psychischer Störungen in Familien“ zu schauen und sich interdisziplinär mit Neugierde und Offenheit fachlich auszutauschen – was angesichts der hohen Anzahl der betroffenen Kinder unverzichtbar ist.

Tagungsflyer zum Download (PDF)

Referent_innen:

Prof. Dr. Michael Klein, Klinischer Psychologe, psychologischer Psychotherapeut und Supervisor; Professor für Klinische und Sozialpsychologie an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abtlg. Köln. Leiter des Deutschen Instituts für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP)

Tanja Elisabeth Schmitz-Remberg, Dipl. Sozialpädagogin, Erwachsenenpädagogin M.A., 4 Jahre tätig als Mitarbeiterin einer Fachklinik für illegale Drogenabhängige, 18 Jahre tätig in einer ambulanten Drogenberatungsstelle, Schwerpunkt Prävention; Ausbildung als Groupworkerin (member IASWG)

Anette Stade, Sozialarbeiterin, Jugend- und Drogenberatung beim Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Dresden, Fachkraft für Suchthilfe, Trainerin im Trampolin-Projekt

Teilnahme und Anmeldung

Die Tagung richtet sich an Fachkräfte der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, anderen Bereichen der Sozialen Arbeit, Fachkräfte des Sozial- und Gesundheitswesens, Studierende der Sozialen Arbeit.

Link zur Anmeldung

 

Anmeldeschluss: 04.01.2016

Die Anmeldung für die Fortbildung „Trampolin Plus: Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien entdecken ihre Stärken. Ausbildung zur Gruppenleitung“ (27.-29.01.2016, sofí) gilt auch als Anmeldung für den Fachtag.